22
.
03
.
2021

OVG-Urteil: Stopp des Rollouts?

Zum Inhalt

Anfang 2020 kam er endlich: Der Startschuss für den Smart Meter Rollout und damit ein entscheidender Schritt für die Energiewende. Am 4. März 2021 jedoch hebt das Oberverwaltungsgericht Münster die Einbauverpflichtung intelligenter Messsysteme (iMSys) per Eilbeschluss vorerst auf. Warum? Zuvor hatte das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) erklärt, dass nur noch bestimmte, zugelassene Smart Meter Gateways eingebaut werden dürfen, die den Anforderungen an Systemfunktionalität und Sicherheit entsprechen. Darauf folgte eine Klage mehrerer Unternehmen, denn die Erklärung des BSI hat zur Folge, dass nicht zertifizierte Geräte nicht mehr verbaut werden dürfen. Auf diese Klage hat das OVG nun mit dem Eilbeschluss reagiert.

Was bedeutet das für die Energiebranche in Deutschland?

Der vorläufige Stopp des Smart Meter Rollouts bringt Ungewissheit in die Energiebranche und hat eine große Diskussion losgetreten. Als Experte für Energiemanagement-Software, die im Zuge des Rollouts ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, betrifft dieses Urteil uns natürlich auch.

„Die Wettbewerbsfähigkeit großer Industrienationen wie Deutschland wird durch lange Entscheidungsprozesse, veraltete IT Strukturen, eine verbreitete Skepsis gegenüber Technologie und im internationalen Vergleich unzureichende Investitionen in Zukunftstechnologien beeinträchtigt“, so ein aktuelles Strategiepapier des Auswärtigen Amtes.

„Deutschland ist gut im Stoppen“, könnte man auch sagen. So waren Ende 2020 weltweit über 780 Mio. Smart Meter verbaut, davon 300 Mio. in China, 120 Mio. in der EU,95 Mio. in den USA. In Deutschland max. 50.000!

Mehr Transparenz für ein gezieltes Handeln

Die aktuellen Wahlergebnisse zeigen, dass den Menschen der voranschreitende Klimawandel Sorgen macht. Sie erwarten von der Politik, dass diese auf nachhaltiges Wirtschaften und Umweltschutz achtet. Um den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, muss jeder, ob geschäftlich oder privat, seine Handlungen aktiver einschätzen und managen können. Grundlage für gezieltes Handeln ist Transparenz über den Energieverbrauch. Mit analogen Stromzählern ist das nicht wirksam möglich. Ein Stopp des Smart Meter Rollouts ist daher auch für unseren CEO, Dr. Thomas Goette keine Option:


„Deutschland ist in Gesundheit, Bildung und Verwaltung kein Vorreiter für Digitalisierung. Dies und der Umgang mit Daten (Stichwort: KI) muss sich ändern. Das gilt auch für die Energieversorgung als wichtige Lebensader. Der häufige Vergleich des Rollout-Projekts mit dem BER sollte allen zeigen, dass ein Hinauszögern beim Aufbau einer digitalen, steuerbaren Infrastruktur nicht im Sinne des volkswirtschaftlichen Gemeinwohls und des Klimaschutzes sein kann. Reden und Handeln müssen in Einklang sein. Dies gilt für alle Verantwortungsträger.“

GreenPocket - Autor
Author
Autor
GreenPocket
marketing@greenpocket.de